Gardesana Occidentale: die Westuferstraße bis Riva
Die Gardesana Occidentale (SS45bis) verbindet die Westuferorte zwischen Salò und Riva del Garda. Der historische Abschnitt Gargnano–Riva ist 27 Kilometer lang und wurde zwischen 1929 und 1931 gebaut.
Eine Straße zwischen Fels und See
Steile Felswände am Wasser und rutschungsgefährdete Hänge erschwerten lange eine durchgehende Küstenverbindung zwischen Gargnano und Riva. Der Ingenieur Riccardo Cozzaglio entwickelte die Trasse, Gabriele D’Annunzio unterstützte das Vorhaben und gab ihm den Namen „Il Meandro“. Bei der Eröffnung galt die Straße als „schönste Straße Europas“.
Die Anlage wurde als Parkstraße gestaltet: D’Annunzio benannte die in den Fels gesprengten Tunnel nach mythologischen Figuren; bepflanzte Elemente und Aussichtsbuchten gehörten ebenfalls zum Entwurf. Laut Pro Loco wurden mehr als 250.000 Bäume gepflanzt. Diese Verbindung von Straßenbau und Landschaftsgestaltung unterscheidet das Projekt von einer bloßen Ufertrasse.
Historische und heutige Trasse
Hangbewegungen und zunehmender Verkehr führten später zu Sicherungsarbeiten, Verbreiterungen und längeren Tunneln. Dabei wurden längere Abschnitte der alten Führung aufgegeben. Architektonische, bauliche und bepflanzte Merkmale der historischen Parkstraße sind laut Pro Loco weiterhin erkennbar; der heutige Verlauf enthält somit mehrere Bauphasen.
Salò liegt am südlichen Ende der Westuferverbindung; Riva del Garda markiert ihr nördliches Ende. Für andere Wege zwischen den Uferorten bietet Mobilität am Gardasee Hinweise zu Bus und Schiff.
Streckenfolge am Westufer
Von Süden nach Norden führt die SS45bis durch mehrere unterschiedliche Uferorte: Auf Salò folgen Gardone Riviera und Toscolano-Maderno, danach Gargnano. Weiter nördlich passiert die Straße Campione und den Hafen von Tremosine, dann Limone sul Garda und schließlich Riva. Der westliche Verlauf wird auch an den Haltestellen der Linie LN027 sichtbar. Toscolano und Maderno sind zwei Ortsteile am Fluss Toscolano; Gardone liegt nördlich von Salò. Die Bezeichnung Gardesana Occidentale meint die Straße am Westufer insgesamt, während der historische Abschnitt Il Meandro konkret Gargnano–Riva beschreibt.
Orte für einen Zwischenhalt
In Salò bieten sich Promenade und Altstadt an; in Gardone der Besuch des Vittoriale degli Italiani oder des Giardino Botanico André Heller. In Toscolano-Maderno führt das Valle delle Cartiere vom Ort zum Papiermuseum und zu den Ruinen früherer Mühlen. Gargnano ist ein sinnvoller eigener Halt am See, nicht nur ein Durchfahrtsort. In Limone liegen Hafen, Altstadt und Zitronengärten nahe beieinander. Für Museum und Garten sollte man jeweils eigene Besuchszeit einplanen.
Anreise und Alternativen zur Autofahrt
Für die Zufahrt von Süden nennt VisitGarda die A4-Ausfahrt Desenzano für Salò, Gardone, Toscolano und Gargnano; von Norden erschließt die A22-Ausfahrt Rovereto Sud Tremosine, Limone, Riva und Torbole. Die Küstenstraße folgt dem Seeufer; der historische Abschnitt Gargnano–Riva ist nach späteren Sicherungs- und Ausbauarbeiten nicht überall als alte Trasse befahrbar. Wer mehrere Orte ohne eigenes Auto anfahren möchte, kann die Arriva-Linie LN027 nutzen: Sie verbindet entlang des Westufers Salò, Gardone, Toscolano-Maderno, Gargnano, Campione, Limone und Riva. Linienfahrten und Halte richten sich nach dem jeweiligen Saisonfahrplan.
Schiffe ergänzen die Landverbindungen. Navigazione Laghi führt im jeweiligen Saisonfahrplan Linienfahrten zwischen Desenzano, Peschiera und Riva sowie die Autofähre Maderno–Torri del Benaco. Diese quert den See; von den Anlegern bleiben je nach Ziel weitere Wege über Land. Fahrpläne wechseln saisonal und können sich durch Wetter oder Betriebshinweise ändern. Bei der Schifffahrt am Gardasee unterscheiden sich Passagierverbindungen und die Fahrzeugfähre zwischen den beiden bezeichneten Anlegern.
Lokale Spuren der Bauphasen
Der Straßenbau veränderte nicht nur die Uferlinie. In Bogliaco musste laut Pro Loco Gargnano bei der Anlage der Gardesana der Apsisbereich der Kirche der Zehntausend Märtyrer samt altem Glockenturm abgetragen und neu errichtet werden. An der Villa De Paoli bei Gargnano teilte die Straße das Anwesen: landwirtschaftliche Flächen und Zitronengärten liegen oberhalb, Villa und Garten unterhalb der Trasse.