Kultururlaub am Gardasee
Ein Kultururlaub am Gardasee verbindet römische Archäologie, Burgen und die Geschichte der Uferorte. Zwei unterschiedliche Schwerpunkte bieten Sirmione im Süden und Malcesine am Ostufer: In Sirmione stehen die Reste einer römischen Villa im Mittelpunkt, in Malcesine eine Burganlage mit Museumsräumen und Seeblick.
Vogelskulptur
Foto: Dago Wiedamann
Sirmione: die römische Villa der Grotte di Catullo
An der Spitze der Halbinsel von Sirmione liegen die Grotte di Catullo. Der Name bezeichnet die Ruinen einer großen römischen Villa aus augusteischer Zeit, vom späten ersten Jahrhundert vor bis zum frühen ersten Jahrhundert nach Christus. Erhaltene Bauteile und Stützkonstruktionen lassen die Ausdehnung und den Aufbau der Anlage erkennen.
Das zugehörige archäologische Museum zeigt unter anderem Mosaike, Bauteile und Fragmente von Wandmalereien. Ausgrabungsreste und Museumsfunde vermitteln gemeinsam einen Eindruck von den einstigen Wohnräumen und ihrer Ausstattung. Zum Gelände gehört außerdem ein historischer Olivenhain.
Malcesine: Scaligerburg und Goethe
Die Scaligerburg in Malcesine erhebt sich auf einem Felsen über dem Ort. Von den Gassen des Ortes führt der Weg zur Burg; innerhalb der Anlage verbinden Treppen die Höfe und den Turm. Die erhöhten Bereiche bieten Ausblicke auf den Gardasee und den Monte Baldo.
In der Casermetta befindet sich das Naturkundemuseum. Ein weiterer Raum ist Johann Wolfgang von Goethe gewidmet und zeigt seine zeichnerische Auseinandersetzung mit See und Burg während der Italienreise. Damit lassen sich Baugeschichte, Landschaft und Literatur an einem Ort miteinander verbinden.
Einen Schwerpunkt pro Ausflug wählen
Für Archäologie bietet sich ein Besuch in Sirmione mit Zeit für das Freigelände und die Museumsfunde an. Wer Burgen und Landschaftsblicke verbinden möchte, kann Malcesine mit einem Rundgang durch den Ort kombinieren. Treppen in der Burg und Wege im Ausgrabungsgelände gehören jeweils zum Besuchsprofil.
Eine Unterkunft in der Nähe des bevorzugten Uferabschnitts hält die Wege für mehrere Kulturtage kurz. Die Konzentration auf einen Ort pro Ausflug lässt Raum, einzelne Ausstellungsbereiche ausführlicher anzusehen und den Besuch mit einer Pause am See zu verbinden.
Kunstgarten in Gardone, Künstlerhaus in Canale di Tenno
Im Zentrum von Gardone Riviera am Westufer verbinden die Wege des Giardino Botanico André Heller botanische Vielfalt mit Skulpturen unter anderem von Keith Haring, Roy Lichtenstein und Auguste Rodin. Im mittelalterlichen Canale di Tenno oberhalb von Riva del Garda bietet die Casa degli Artisti Giacomo Vittone einen anderen Zugang zur Kunst: Im Programm stehen wechselnde Ausstellungen, Kurse und Künstleraufenthalte. Das Haus geht auf die Initiative des Malers Giacomo Vittone in den 1960er-Jahren zurück. So stehen ein Skulpturengarten am Westufer und ein Ausstellungsort im Hinterland des nördlichen Sees zur Wahl.
Kirchenkunst und Kapellen im Hinterland des Westufers
Oberhalb von Tignale erhebt sich das Santuario della Madonna di Montecastello auf einem Felsvorsprung über dem See. Der Innenraum ist mit Fresken geschmückt, darunter Malereien der Giotto-Schule; Treppen prägen den Zugang. Der Wallfahrtsort lässt sich mit einem Aufenthalt in Tignale und den Höhenorten des Westufers verbinden.
Weiter südlich liegt die Einsiedelei San Valentino im bergigen Hinterland von Gargnano. Von Sasso führen Saumpfade und steile, teils felsige Abschnitte zur Kapelle auf 772 Metern. Der Weg macht den Besuch zu einer Bergwanderung; Gargnano am See ist ein eigener Stopp am Westufer.