Museo Territoriale Luigi Carlo Bertamè in Garda
Das Museo Territoriale del Lago di Garda Luigi Carlo Bertamè liegt im Palazzetto delle Esposizioni im Innenhof des Rathauses von Garda, am Lungolago Regina Adelaide 14. Der Besuch führt in die Arbeits- und Alltagsgeschichte des Sees: Werkzeuge aus Landwirtschaft und Handwerk stehen neben Gegenständen aus Haushalt, Fischerei und Schifffahrt. Damit ergänzt das Museum einen Spaziergang durch den Hafenort um Einblicke in Berufe und Gewohnheiten, die das Leben am Gardasee über Generationen geprägt haben.
Was die Sammlungen erzählen
In den vier Räumen sind die Themen auf zwei Ebenen verteilt: Im Erdgeschoss stehen Landwirtschaft, Handwerk, Viehzucht, Gewinnung von Rohstoffen und Folklore im Mittelpunkt. Oben geht es um Fischfang, die Konservierung des Fisches und den Verkehr auf dem See. So beginnt der Rundgang bei Arbeiten an Land und führt anschließend zu den Geräten und Kenntnissen, die für Fischerei und Seetransport nötig waren.
Im Erdgeschoss sind neben einem hölzernen Futterhäcksler auch ein steinerner Behälter zum Zerkleinern von Eis und eine Schubkarre aus dem Steinbruch bei San Vigilio ausgestellt. Die Gemeinde nennt außerdem eine Werkbank-Schraubzwinge, einen Kaminsessel und mobile Waschgestelle, die sogenannten „barelle“. Die Alltagsobjekte ergänzen die landwirtschaftlichen und handwerklichen Werkzeuge um Arbeiten im Haus.
Oben zeigen Netze, Harpunen und eine Fischreuse für Schleien und Aale Fang und Aufbewahrung. Hinzu kommen Geräte für die Tirlindana-Fischerei und zur Konservierung des Fangs, die am See unter dem lokalen Namen „turbeti“ beschrieben werden. Neben diesem Gerät steht der restaurierte Gondolino als größeres Zeugnis der Fischerei auf dem Gardasee.
Das Pal del Vo und die Orientierung auf dem See
Ein besonderes Exponat ist der Pal del Vo: eine rekonstruierte Darstellung mit Originalteilen eines Pfahls, den die Corporazione degli Antichi Originari di Garda zwischen Punta San Vigilio und Sirmione im Wasser aufgestellt hatte. Er diente der Orientierung bei der Schifffahrt und half Fischern, die Lage entfernter Fanggebiete anhand der Uferlinien zu bestimmen. Ein Wasserfahrzeug stieß den historischen Pfahl später um. Die Rekonstruktion macht damit nicht nur ein Objekt, sondern auch die frühere Navigationspraxis sichtbar.
Vom Schulprojekt zur Ausstellung
Luigi Carlo Bertamè begann 1966, Zeugnisse der Natur- und Alltagskultur des Sees zu sammeln. Die Sammlung startete als pädagogische Dauerausstellung zum Gardaer Folkloreleben, wuchs zur städtischen Sammlung und wurde 1981 vom Gemeinderat institutionell als „Museo del Lago“ anerkannt. 1987 erhielt sie einen erweiterten Namen, der auch Garda einschloss. Nach Stationen in der Schule und im früheren Pfarrkino zog sie 2010 in das neu eingerichtete Palazzetto delle Esposizioni ein; am 7. Mai 2011 wurde das Museum dort offiziell eröffnet. Seit 2020 trägt es den Namen seines Gründers Luigi Carlo Bertamè.
So liegt das Museum in Garda
Das Museum befindet sich im Innenhof des Rathauses am Lungolago Regina Adelaide 14, nahe dem Hafen und der Altstadt von Garda. So lässt sich der Museumsbesuch gut mit einem Spaziergang durch den Ort verbinden. Das Museum hat saisonal unterschiedliche Öffnungszeiten: Im Frühling, Sommer und Winter liegen die Nachmittagszeiten jeweils später oder früher; samstags ist zusätzlich am Vormittag geöffnet. Der Eintritt ist kostenlos, eine freiwillige Spende ist möglich. Die aktuellen Zeiten und Besuchsinformationen veröffentlicht die Gemeinde Garda auf ihrer Museumsseite. Der Museumsbesuch ist dort nach Voranmeldung vorgesehen; stimmen Sie daher Termin und gegebenenfalls eine Führung vor der Anreise mit dem Museum ab. Wer mit dem Schiff anreist, kann die Schiffsverbindungen am Gardasee für die eigene Route prüfen. Für weitere kulturelle Ziele am See bietet der Überblick zu Sehenswürdigkeiten am Gardasee einen passenden Anschluss.