Gustav Klimt in Cassone und Malcesine
Gustav Klimts Verbindung zum Gardasee führt nach Malcesine und Cassone am Ostufer. Im Sommer 1913 verbrachte er mehrere Wochen mit der Familie Flöge in Val di Sogno. Aus diesem Aufenthalt stammen die drei Landschaftsbilder „Malcesine am Gardasee“, „Kirche in Cassone“ und „Italienische Gartenlandschaft“. Die Gemeinde Malcesine datiert den Aufenthalt auf den 25. Juli bis 11. September; in einem Brief erwähnte Klimt die Villa Gruber, heute das Hotel Bellevue San Lorenzo.
Drei Motive aus dem Sommer 1913
Die Gemeinde verknüpft zwei Gemälde mit dem Blick aus der Villa in Val di Sogno: „Malcesine am Gardasee“ und „Kirche in Cassone“ entstanden demnach mit Hilfe eines Fernrohrs. Die „Italienische Gartenlandschaft“ malte Klimt in der Gegend Dos de Feri; im Hintergrund erscheinen die steilen Hänge des westlichen Seeufers. So gehören Malcesine, Cassone und der Aussichtspunkt oberhalb des Sees zu einem eng begrenzten Motivraum.
Klimt besuchte den Gardasee erstmals 1903 auf einer Italienreise, die im November und Dezember unter anderem über Venedig, Padua, Ravenna, Florenz, Pisa und Verona führte. Am 9. Dezember erreichte er Torbole, am folgenden Tag Riva; zehn Jahre später kehrte er für den längeren Sommeraufenthalt zurück. Die drei Bilder von 1913 gelten als seine einzigen im Ausland gemalten Werke. Das Museo di Roma beschreibt die beiden Ortsansichten als Stadtbilder und die „Italienische Gartenlandschaft“ als sonnigen Gartenausschnitt. Es ordnet Landschaften seit etwa 1900 neben Allegorien und Porträts als festen Teil von Klimts Werk ein: Seine Sommerreisen führten ihn sonst vor allem in die Seenlandschaft des österreichischen Salzkammerguts. Die Garda-Motive sind Teil dieser Landschaftsmalerei, aber an konkrete Uferorte gebunden.
Wo die Gemälde heute sind
Die drei Werke haben einen unterschiedlichen heutigen Verbleib: „Malcesine am Gardasee“ aus der früheren Sammlung Lederer in Wien gilt seit 1945 als verschollen, „Kirche in Cassone“ befindet sich in Privatbesitz. Die „Italienische Gartenlandschaft“ von 1913 gehört zur Stiftung Sammlung Kamm im Kunsthaus Zug. Das Ölbild ist 110 mal 110 Zentimeter groß; mit Rahmen misst es 114 mal 114 Zentimeter bei 6,5 Zentimetern Tiefe. Das Kunsthaus zeigt seine Sammlung in thematischen Wechselausstellungen. Ein Spaziergang in Malcesine und Cassone erschließt die Landschaftsmotive.
Cassone und Malcesine vor Ort
In Malcesine liegen Altstadt, Burg und Hafen am Nordostufer; Cassone ist ein Ortsteil weiter südlich. Die Scaligerburg in Malcesine ist ein gut sichtbarer Orientierungspunkt. Eine lokal beschriebene Runde beginnt am Informationsbüro im Busbahnhof, folgt dem Seeufer nach Süden und führt über die Bucht Val di Sogno nach Cassone. Am Fluss Aril geht es zur Kirche hinauf und anschließend weiter Richtung Sommavilla; für den Rückweg nennt die Route den Weg über Magugnano, Porto und Assenza zurück am Ufer. Die Beschreibung weist auf wiederholte Auf- und Abstiege im hügeligen Abschnitt hin, nennt aber keine Gehzeit. Details zur lokalen Route zwischen Malcesine, Cassone und den südlichen Orten sind beim Tourismusportal aufgeführt.